Die Höhepunkte

Lebenskunde-Abschlussprojekt der Klasse 6b (Schuljahr 2016/17)

Date: Juli 18, 2017 Author: C K Categories: Die Höhepunkte

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Nach 6 Schuljahren Lebenskunde einen gelungenen „runden“ Abschluss zu finden ist nicht immer leicht. Die 6b hat sich etwas Besonderes einfallen lassen. Immer wieder haben sie sich über Themen im Sinne „sozialer Gerechtigkeit“ Gedanken gemacht und lebhaft während der Unterrichtsstunden diskutiert. Aus den Lebenskundethemen „arm und reich“ und „Obdachlosigkeit“ entwickelten die Schülerinnen und Schüler die Idee, Geld für Menschen zu sammeln, „denen es nicht so gut geht“.

Aber: Wie sollte das konkret aussehen? Die Ideen sprudelten und es dauerte einige Zeit, bis sich alle einig waren: Der Erlös aus einem Kuchenbasar soll Menschen direkt erreichen, die auf der Straße leben. Aber nicht in Form von Geld. Während der thematischen Auseinandersetzung mit Obdachlosigkeit tauchte die Frage nach Alkoholismus auf und die Kinder wollten das nicht unterstützen.

Die Gruppe entschied sich, gesunde Brötchen zu belegen und sie an Bedürftige auf der Straße zu verteilen. Eine Schülerin brachte aus der Bäckerei ihrer Familie Brötchen mit, die anderen gingen einkaufen und belegten die Brötchen gemeinsam. Sogar an die Tiere wurde gedacht und Hundefutter gekauft. Denn auch das erfuhren die Schülerinnen und Schüler in den letzten Wochen: Hunde sind für Manche der einzige Freund auf der Straße und ein Schutz gegen Gewalt.

Mit vollen Tüten fuhr die Lebenskundegruppe zum Bahnhof Neukölln. Viele Schüler kennen diesen Bahnhof und wissen, dass hier Obdachlose sitzen. Leider war es zu früh – niemand war da. So lief die Gruppe insgesamt 1,5 Stunden durch Neukölln – auf der Suche nach Menschen, die Hunger hatten. Und nach und nach fanden sich Menschen, die sich sehr freuten, etwas zu Essen zu bekommen und alle Brötchen wurden verteilt. Mit einigen Menschen kamen die Schüler und Schülerinnen ins Gespräch.

Beeindruckend war, dass sie einen respektvollen und interessierten Zugang zu Menschen fanden, die sie nicht kannten. Für einige war das eine intensive Erfahrung, wie sie danach berichteten. Einige Schülerinnen benötigten Zeit und Mut, um auf andere Menschen zuzugehen, andere lernten, etwas zurückhaltender zu sein. Als Abschluss beurteilten alle diesen Tag als etwas Besonderes, weil sie etwas Sinnvolles getan und etwas gelernt hatten.

Dieses Abschlussprojekt verdient besondere Würdigung, da es für die zentralen Werte im Lebenskundeunterricht steht: Verantwortung für Andere übernehmen, Selbständigkeit im Handeln, Gemeinschaftlichkeit in der Entscheidungsfindung und ein hohes Maß an Empathie.

Dafür vielen Dank an: Arda, Oscar, Deniz, Nghan, Leonie, Beyza, Nagham, Narin und Emily!!!

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